01.01.2017

Alternative zur Dichtheitsprüfung!

Gibt es Alternativen? Ja, es gibt sie!

Um was geht es?

Es geht um den Umweltschutz im Allgemeinen, umGewässerschutz im Speziellen, hier Grundwasserschutz. Grundwasser aus dem ca. 70 %  des Trinkwassers gewonnen wird.

Umweltschutz!

Umweltschutz ist eine Aufgabe für die Gemeinschaft! Die notwendigen Kosten für den Umweltschutz sind von der Gemeinschaft aufzubringen! Es betrifft alle Bürgerinnen und Bürger!

Die Landesregierung von NRW beabsichtigt eine flächendeckende DHP/FP der privaten Abwasseranlagen durchzuführen. Die Prüfung soll davon unabhängig erfolgen, ob eine Gefährdung des Grundwassers von den privaten Abwasseranlagen ausgeht oder nicht. Wird bei einer Prüfung festgestellt, dass ein sanierungspflichtiger Schaden vorliegt, muss dieser Schaden innerhalb von Fristen behoben werden.

Oberflächlich betrachtet ist es eine gute Sache! Wer möchte nicht in einer gesunden Umwelt leben. Darum sollten auch alle Bürgerinnen und Bürger darauf achten, dass diese geschützt wird. Schaut man aber näher hin, entpuppt sich das Ganze als eine von wirtschaftlichem Interesse der Kanalbaubranche geprägte Angelegenheit!

Die nachfolgende Modellrechnung soll (vereinfacht) veranschaulichen welche Summen hier im Spiel sein können.

Es gibt z. Z. 8,58 Mio. Haushalte in Nordrhein-Westfalen.

Davon ca. 4,5 Mio. mit Anschlüssen privater Abwasseranlagen (Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser).

 

Prüfungskosten für ca. 4,5 Mio. private Kanalanschlüsse

Anteil

Betroffen

Prüfungskosten

Summe

55%

2.475.000

500,00 €

1.237.500.000,00 €

20%

900.000

1.000,00 €

900.000.000,00 €

15%

675.000

2.000,00 €

1.350.000.000,00 €

10%

450.000

5.000,00 €

2.250.000.000,00 €

Total

4.500.000

 

5.737.500.000,00 €

Sanierungskosten für ca. 70% von ca. 4,5 Mio. privaten Kanalanschlüssen

Anteil

Betroffen

Sanierungskosten

Summe

55%

1.732.500

5.000,00 €

8.662.500.000,00 €

20%

630.000

10.000,00 €

6.300.000.000,00 €

15%

472.500

15.000,00 €

7.087.500.000,00 €

10%

315.000

20.000,00 €

6.300.000.000,00 €

Total

3.150.000

 

28.350.000.000,00 €

 

Egal mit welchen (möglichst realen Werten) Prozenten und Kosten man rechnet - es sind Milliarden!

Eine Summe, die Begehrlichkeiten weckt!

Nach einer Sanierung fallen noch einmal Prüfungskosten an!

Bei mißlungenen Sanierungen fallen weitere Sanierungs- und Prüfungskosten an!

 

Eine von privaten Abwasseranlagen ausgehende Gefährdung des Grundwassers wurde bisher noch nicht durch wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen. Daher ist davon auszugehen, dass es nur Vermutungen der Befürworter der DHP/FP sind. Das wird auch die vom Umweltministerium wiederholt bescheinigten guten Trinkwasserqualität belegt.

 

Schwer zu verstehen ist auch die Tatsache, dass vom Ablauf eines Klärwerks das "gereinigte" Abwasser befrachtet mit dem Faktor 1:400 bei abbaubaren und Faktor 1:10.000, bei nicht abbaubaren Schmutzfrachten belastet, in die Natur zulässig ist!

 

Der Nutzen aus einer DHP/FP geht gegen NULL! Sie ist reine Geldverschwendung.

Vernichtung von privatem Kapital für eine Sache, die dem Umweltschutz nicht dienlich ist!

 

Was kann getanwerden, um dem eigentlichen guten Zweck zu genügen, der hinter dem § 61a, jetzt SüwV Abw, des LWG NRW steht?

 

Die Landesregierung und Kanalbaubranche gehen davon aus,dass es keine Alternativen zum § 61a, jetzt SüwV Abw, des LWG NRW gibt. Zumindest wurde bisher nicht über eine Alternative diskutiert.

______________________________________________________________________________________________________________

 

Wir, die Bürgerinitiative Harsewinkel möchten eine Alternative zu Diskussion stellen, die alle Aspekte bisheriger Diskussionen berücksichtigt und lösbar macht.

Alternative DHP/FP!

Diese wurde auf Grund der öffentlichen Anhörung im Landtagvon NRW am 09. Januar 2013 entwickelt. Dort wurde eine Alternative zur DHP/FP nicht einmal in Erwägung gezogen.

 

l ökologische Probleme - Exfiltration

- Verunreinigung des Grundwassers durch versickerndes Abwasser.

- Nur bedingt! Kanalverschluss durch Wurzeleinwuchs und/oder Kanaleinbruch  etc.)

 

l ökonomische Probleme - Infiltration

- Fremdwasser durch eindringendes Grundwasser.

- Durch Einleitung von Drainagen und/oder Regenwasser.

- Kanalverschluss durch Wurzeleinwuchs und/oder Kanaleinbruch  etc.)

Ziele der alternativen DHP/FP

l Umweltschutz gewährleisten

l kein Generalverdacht

l keine flächendeckende Dichtheitsprüfung/Funktionsprüfung

l keine Gesetzeswidrigkeit

l keine hohen Kosten

l bürgerfreundliche DHP/FP

l keine Förderprogramme

Kanalnetz

Das Kanalnetz mit seinen Verzweigungen bis zum Klärwerk stellt einen „Baum" dar.

Wobei die „Wurzel“ das Klärwerk, der „Stamm“ den Zulauf zum Klärwerk, „dicke Äste“ die öffentlichen Kanäle und „dünne Äste“ die gewerblichen und privaten Kanalanschlüsse darstellen. So gesehen, ist von einer „Astspitze“ zur „Wurzel“ eine direkte Verbindung gegeben.

Exfiltration

l Feststellung einer Gefahr durch verschmutzte Abwässer:

Durch regelmäßige Messungen zwischen „Baum“ (Zulauf) und „Wurzel“ (Klärwerk) kann festgestellt werden, ob eine Gefährdung durch Überschreitung von noch festzulegenden Grenzwerten vorliegt. Ist dieses der Fall, dann …

l Gefahrenquelle auffinden:

Durch weitere gezielte Messungen an bestimmten Punkten (Einmündungen)  in den „dicken Ästen“ (öffentliche Kanäle) kann das Suchgebiet eingegrenzt und schließlich die Quelle gefunden werden. Ist die Quelle eine private Abwasseranlage, dann …

l Bestimmen ob ein sanierungspflichtiger Schaden vorliegt:

Durch eine DHP/FP, durchgeführt von der Kommune, kann diese feststellen, ob eine Sanierungspflichtigkeit vorliegt. Ist das der Fall, dann …

l Sanierung der schadhaften Abwasseranlage:

Die schadhafte private Abwasseranlage wird durch die Kommune saniert. Ist die Sanierung durchgeführt, dann …

l Umlage der Kosten für Prüfung und Sanierung:

Die Kosten für Prüfung und Sanierung werden auf die Abwassergebühren umgelegt.

So entfallen nur geringe Kosten auf den/die einzelnen Bürger/innen und profitieren gemeinsam von den Umweltschutzmaßnahen!

Infiltration

l Eindringendes Grundwasser in die private Abwasseranlage:

Es ist davon auszugehen, dass in der Regel Grundwasser unbelastet ist, im Klärwerk nur ein Mengenproblem darstellt und nur geringe Kosten durch erhöhtes pumpen verursacht. Diese Kosten sind auf die Abwassergebühr umzulegen.

Da Haushalte zum Wassersparen angehalten werden, sollte eindringendes Grundwasser zusätzlich zu Spülmaßnahmen mit Trinkwasser begrüßt werden, da viele Abwasserkanäle trockenfallen und korrodieren!

Fremdwasser

l Fremdwasser, Hilfe zur Erhaltung der Abwasserkanäle:

Fremdwasser trägt zur Erhaltung der Abwasserkanäle bei und ist daher zu begrüßen. Das erwünschte Wassersparen der Bürgerinnen und Bürger trägt dazu bei, dass Abwasserkanäle zu schnell trockenfallen und ihre Aufgabe nicht mehr langfristig erfüllen. Kosten werden durch zusätzliches Spülen mit Trinkwasser verursacht. Diese Kosten sind auf die Abwassergebühren (gängige Praxis) umzulegen.

Kanalverschluss

l Kanalverschlüsse und Umweltschutz:

Kanalverschlüsse (Verstopfungen) werden in der Regel vom Eigentümer durch Rückstau in den Keller festgestellt. Der festgestellte Schaden wird der Kommune gemeldet. Diese übernimmt die Beseitigung des Schadens.

Die Beseitigung von Kanalverschlüssenen dient auch demUmweltschutz!

Da auch der Eigentümer von der Schadensbehebung der Abwasseranlage profitiert, sind die Kosten daher anteilig aufzubringen. (Anmerkung unten!)

Die Bürgerinitiative Harsewinkel schlägt eine 50%-Regelung vor. Die Kommune trägt 50% der Kosten für die Beseitigung des Kanalverschlusses und 50% der Eigentümer. Die Kosten für den Eigentümer sind möglichst in kleinsten Raten, am Besten auf die Zeit eines Prüfinterwalls verteilt, einzuziehen! Es dürfen keine Härtefälle entstehen!

Kostenumlage

l Begründung:

Der Umweltschutz ist nicht Aufgabe einer einzelnen Person, sondern eine Aufgabe der Gemeinschaft! Jede einzelne Person ist verpflichtet daran teilzunehmen!

Von allen Maßnahmen die dem Umweltschutz dienen, profitieren alle Bürgerinnen und Bürger und sind deshalb auch an den Kosten für den Umweltschutz zu beteiligen!

Empfehlungen:

l Die Selbstüberwachung der Abwasseranlage durch den Eigentümer sollte, weil nicht praktikabel, abgeschafft und von der Kommune mit geeigneten Mitteln übernommen werden. Dadurch wird eine potentielle Gefahrenquelle regelmäßig überwacht.

l Vor dem Klärwerk sind „Auffangbecken“ einzurichten, um größere plötzlich auftretende Wassermengen (Fremdwasser) aufzufangen und dann diese kontinuierlich abzuarbeiten.

l Das Zugangrecht für die Kommunen zu privaten Abwasseranlagen sollte zur Durchführung der DHP/FP (ist teilweise illegale Praxis) zweckmäßigerweise geändert werden!

l Vorbeugend für die Zukunft Filter entwickeln, die eine zu erwartende Kontaminierung des Grundwassers durch schadhafte Abwasseranlagen im Wasserwerk eingesetzt werden können.

Anmerkung:

l Die Alternative ist nicht bis ins Detail formuliert und bedarf noch der einen oder anderen Ergänzung oder Änderung. Hier ist die Politik gefragt!

l Ein durch äußerliche Gegebenheiten entstandener Defekt einer privaten Abwasseranlage, auf die der Eigentümer keinen Einfluss hat, darf diesem nicht im vollen Umfang angelastet werden. Daher ist eine anteilige Kostenaufteilung angesagt!

Eine Bitte an die Politiker/innen!

Denken Sie über die Alternative nach! Wenn Sie sich mit dieser anfreunden können und in die neue Gesetzgebung einfließen lassen, tun Sie ein gutes Werk, nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger!

Ich/Wir unterstützen diese Alternative!

Hier die Namen der Unterstützer?

Wer möchte, kann hier aufgelistet werden!

 

IG Petershagen Frille

Klaus Büchler, Düsseldorf

Anja Aniol, Harsewinkel

Wilhelm Scharton, Harsewinkel

Hildegard  & Manfred Schlömer, Mülheim

Jutta Puls-Bremer, Mülheim

Ralf Schlömer, Oberhausen

Andreas Schlömer, Duisburg